Rundum glücklich, rundum gesund

Wie man junges Gemüse auf den Geschmack gesunder Ernährung bringt

„Mens sana in corpore sano“ – dass sich ein gesunder Geist am wohlsten in einem gesunden Körper fühlt, darüber stimmten schon die alten Römer überein.

Was sie aber vermutlich noch nicht wussten: Wie man Kindern gesunde Ernährung schmackhaft macht, um ihnen für die Zukunft Freude am Kochen, Genuss beim Essen und einen nachhaltigen Lebensstil mitzugeben.

 

Fruchtiges Fingerfood

Warum die Schüssel Gummibärchen immer so schnell leer ist?

Klar – weil es so unkompliziert ist, die süßen, farbenfrohen Bärchen mit einem Handgriff in den Mund wandern zu lassen. Die selbe Regel funktioniert allerdings auch bei Obst und Gemüse.

Handliches Obst wie etwa Weintrauben, Pflaumen, oder Kirschen sind absolute Stars bei den Kindern, einerseits, weil sie sich so unkompliziert vernaschen lassen, andererseits auch, weil sie den Inhalt einer jeden Pausenbox farbenfroher machen.

Aber auch Obst größeren „Kalibers“ wie etwa Äpfel, Birnen oder Melonen ist aufgeschnitten oder auf Zahnstocher gespießt gleich um einiges attraktiver für Kindermünder. Der ultimative Geheimtipp für die anregende Präsentation von Obst ist, es in Scheiben zu schneiden und diese wiederum mit Keksausstechern in Stern- oder Herzform in dekorative Häppchen zu verwandeln.

Dagegen sieht jede Chipstüte blass aus!

Es müssen aber nicht immer nur junge Früchtchen sein – auch aus Gemüse lässt sich wunderbares Fingerfood zaubern: Karottensticks schmecken süß und knackig, wenn man sie vorher mit einem Schäler von der leicht bitteren Haut befreit und mit Paprikaringen lassen sich wunderschöne Blumen auf dem Teller anlegen.

Unser täglich Vollkornbrot…

Ein Kind, das all die vielfältig kombinierbaren Zutaten kennt, mit denen man ein Brot ganz nach dem eigenen Geschmack kreieren kann, greift ganz von sich aus lieber zu Volkorn- oder Mischweckerl als zur weißen Semmel. Kein Wunder, wenn man daran denkt, wie lecker Oliven, Karottenraspeln, Nüsse oder Samen im Brot schmecken und wie hübsch sich Leinsamen, Sesam oder Mohn auf dem selbstgeformten Kornspitz machen.

Teigkneten ist außerdem fast noch lustiger als das Formen von Plastilin, vor allem weil man weiß, dass die so entstandenen Figuren nachher noch zu einem knusprigen Geschmackserlebnis werden.

Abgesehen davon ist es ein wahrhafter Erfolgsmoment, wenn sich ein feuchtes, unansehnliches Stück Teig nach dem Backen in einen duftenden, krossen Laib verwandelt, den man frisch aus dem Ofen zieht, in dem Wissen, diesen mit den eigenen Händen „erschaffen“ zu haben.

Das Salz in der Suppe, der Zucker im Tee

Generell sollte man vermeiden, Kindern unbewusst beizubringen, die Teetasse mit mehr Honig als Wasser zu befüllen und jeden selbstgemachte Bananenshake zusätzlich mit Zucker zu süßen. Klar, dass Kindern natürliche Fruchtsüße nicht mehr genug ist, wenn bei ihnen zu Hause bei jeder Erdbeere, die nicht süß genug ist, automatisch mit einem Löffel Zucker „nachgeholfen“ wird.

In der Tat ist es wissenschaftlich belegt, dass man das eigene Geschmacksempfinden schulen kann, indem man weniger Süßes konsumiert. So schmeckt bereits nach einigen Tagen Zuckerreduzierung der einstmals so saure Apfel oder die „wässrige“ Melone plötzlich süßer denn je. Das selbe gilt auch für Salz, das man ebenso mit Bedacht handhaben sollte.

Die Suppe sollte also erst dann nachgesalzen werden, nachdem man bereits gekostet hat und sie als zu dezent empfunden hat.

Wichtig ist es aber, Softdrinks und Süßigkeiten nicht absolut zu verbieten, da jede „verbotene Frucht“ große und kleine Leckermäuler automatisch magnetisch anzieht. Wenn man sich nur hie und da oder zu besonderen Gelegenheiten ein Glas Cola gönnt, wie etwa bei einem Restaurantbesuch oder zu Feiertagen, genießt man dieses viel mehr.

Fliegende Palatschinken statt absolutes Eisverbot

Klar sollte aber auch sein, dass es wenig Sinn hat, dem Kind „fanatisch“ jeden Lolli oder jede Kugel Eis im Schwimmbad zu verbieten. Es entwickeln sich bloß Frustrationen, wenn das Kind all seine Altersgenossen eine Eistüte schlecken sieht, während es selbst „leer“ ausgeht.

Viel eher geht es darum, dem Kind zu zeigen, dass es abseits industriell produzierter Schokoladencookies eine viel größere Bandbreite an Köstlichkeiten gibt, die es zu entdecken gilt.

Außerdem macht es Spaß, zuzusehen und mitzuhelfen, wenn ein Kuchen zu Hause gebacken wird oder zu lernen, wie man eine Palatschinke durch einen schnellen Schwenk der Pfanne in der Luft wenden kann, wenn man ein bisschen Schwung im Handgelenk hat.

Wenn die Kleinen begreifen, dass das Thema Kochen und Essen nicht mit Zwang und strengen Regeln, sondern mit Spaß und Gemeinschaft verbunden ist, entwickeln sich Wertschätzung und Respekt gegenüber der Nahrung und in Folge auch dem eigenen Körper, den es gilt, zu nähren, und nicht maßlos vollzustopfen.

Wer gerne kocht, wird auch eher zum Pfannenwender als zur Tiefkühlpizza greifen.

Und wer weiß, wie wunderbar eine hochwertige, warme Mahlzeit schmeckt, wird sich nicht mit einer Wurstsemmel zufriedengeben.

Somit haben die Eltern schon bei der Erziehung ihres kleinen Liebling die Chance, für seine ideale Ausgangsbasis zu sorgen, damit dieseR sich in jedem Alter bester Gesundheit erfreuen kann.

Artikel geschrieben von Julia Höftberger

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